Leben mit der Natur – nicht immer einfach

Leben mit der Natur

Freud und Leid mit der Natur – die Grenzen verschwimmen

Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass jedes Tier einen festen Platz in der Natur einnimmt und somit eine Bestimmung erfüllt.

Die Tierwelt in meinem Garten ist immer gut für Überraschungen. Auch unangenehme. Das liegt nicht daran, dass die Tiere in meinen Lebensraum einfallen, nein, viele von ihnen waren wohl schon vor mir da und haben somit ältere Rechte.

Asiatische Marienkäfer

Aber manchmal ist das Leben mit der Natur ganz schön lästig, vor allem mit den asiatischen Marienkäfern, die zu Hunderttausenden auftreten. Hier hat allerdings der Mensch in die Natur eingegriffen. Menschen haben diese Marienkäfer eingeschleppt, um Blattläuse zu bekämpfen. Die Blattläuse sind immer noch da. Das Problem sind nun die asiatischen Marienkäfer weil sie offensichtlich keine natürlichen Feinde haben. Sie stinken und nicht einmal Vögel, Kröten oder Eidechsen wollen sie fressen. Sie bedrohen auch den Bestand der einheimischen Siebenpunkt-Marienkäfer, die ich sehr gerne in meinem Garten sehe.

Es gibt ja neue Trends, Insekten zu essen – z. B. Mehlwürmer. Vielleicht entdeckt ein Gourmet irgendwann, dass asiatische Marienkäfer auch ein tolles Nahrungsmittel für die Menschheit darstellen, was ich allerdings sehr bezweifle. Da müsste die Menschheit schon sehr hungrig sein.

Gut gemeinte Ratschläge von Tierfreunden im Internet lauten dahingehend, dass man eine Socke über den Staubsaugerschlauch stülpen, sie dann vorsichtig einsaugen und woanders wieder freilassen soll. Angesichts der Tatsache, dass es sich hier um Hunderttausende von Exemplaren handelt, die bei uns einfallen, ist dieser Ratschlag für mich nicht brauchbar. So große Socken habe ich nicht. 

Mehr über die Lebensweise des asiatischen Marienkäfers findet ihr hier!

Leben mit der Natur

Die obigen Fotos lassen erahnen, wie viele Tiere zeitweise ausschwärmen.

Ich benutze aus Stromspargründen keinen Wäschetrockner. Meine T-Shirts werden nach dem Waschen auf Kleiderbügeln zum Trocknen ins Freie gehängt. Socken hänge ich an einer Sockenkrake zum Trocknen auf.

Vor einiger Zeit hatte ich meine Wäsche ins Freie gehängt und ging daraufhin einkaufen. Als ich zurückkam, war die Wäsche schon trocken. Ich nahm die schwarzen Herrensocken von der Sockenkrake und legte sie zusammen. Mir fiel nichts Besonderes auf.  Meinem Mann allerdings schon, als er am nächsten Tag ein Paar dieser Socken anziehen wollte. Auch hier hatten es sich die asiatischen Marienkäfer auf der Suche nach einem Winterquartier gemütlich gemacht.

Dann holte ich die T-Shirts ebenfalls ins Haus. Ich wollte sie von den Kleiderbügeln nehmen. Schon bei der ersten Berührung fielen Hunderte von asiatischen Marienkäfern aus dem T-Shirt. Angewidert schaffte ich die Kleidungsstücke wieder in den Garten und schüttelte sie alle aus. Und wieder landeten sie in der Waschmaschine.

Ihr glaubt nicht, wie widerlich das ist und warum ich nicht gerne meinen Lebensraum mit diesen Tieren teile. Zum Glück schwärmen diese Tiere nur wenige Tage im Jahr. Da kann man aber kaum die Terrasse betreten. Sie fliegen ins Haar und verfangen sich da. Sie sind einfach überall. Nach etwa zwei Wochen ist der Spuk vorbei.

Lehmwespen – perfekte Baumeister

Wenden wir uns nun den Lehmwespen zu. Ein bisschen Lehm, ein bisschen „Wespenspucke“ und fertig ist das Baumaterial. Dass sie in Tür- und Fensterrahmen ihre Brutröhren bauen ist zwar lästig, aber insgesamt gesehen noch gar nicht so schlimm. Man kann diese Lehmkokons ja relativ leicht entfernen und den Untergrund wieder reinigen. Lehmwespen fangen auch Maden als Nahrung für ihre Nachkommen, die in den Lehmröhren ausschlüpfen. Somit sind sie Nützlinge.

Bei mir allerdings gestalteten sich die Folgen der Lehmwespen-Bauaktivität schon etwas gefährlicher.

Ich benutze in meiner Outdoorküche einen Gaskocher (Hockerkocher). Diesen verpacke ich mit einer großen Folie, wenn ich ihn längere Zeit nicht benutze. Diesmal jedoch gelangten Lehmwespen an den Kocher und legten dort fleißig ihre Lehmnester an und zwar in dem Brenner.

Als ich nach meiner Rückkehr den Kocher benutzen wollte, drehte ich den Hahn an der Gasflasche und am Kocher auf und entzündete die Flamme. Irgendwie schien wenig Gas zu kommen. Ich dachte, die Gasflasche sei vielleicht fast leer.  Vorsichtshalber drehte ich die Gaszufuhr wieder ab. Ich stelle dann fest, dass die Lehmwespen den Brenner meines Gaskochers als Brutplatz auserkoren hatten.

Da ich meinen Hockerkocher nicht kampflos den Lehmwespen überlassen wollte, griff ich zum Schraubenzieher und zerlegte das Gerät. Ich musste den ganzen Brennring in Wasser einweichen und dann mit dem Dampfstrahler reinigen. Durch alle Brennlöcher rannen kleine Schlammfluten. Mit Hilfe eines Installateurs konnte ich das Gerät wieder einsatzfähig bekommen. Nochmals wird mir das nicht passieren.

Jetzt sind Brutkokons im Wagen des Ochsengespanns. Dort können sie meinetwegen ihre Kinderstube einrichten.

Smaragdeidechsen

Es gibt auch Tiere, die ich sehr gerne mag wie zum Beispiel die Smaragdeidechsen. Sie sind ein Juwel unter den Tieren. Aber sie haben auch einige Verhaltensweisen, die ich nicht so schätze. Über unserer Terrasse befinden sich Weinreben. Leider haben die Eidechsen die Angewohnheit, an den Reben hochzuklettern. Mir erschließt sich bis heute nicht, was sie da suchen. Kürzlich hatte ich Gäste eingeladen und ich deckte gerade den Tisch auf der Terrasse, als eine Eidechse von oben herabfiel und auf den Tisch klatschte. Wenn das eine halbe Stunde später passiert wäre! Stellt euch doch einmal bildlich vor, wie eine Eidechse auf Rinderbraten und selbst gemachten schwäbischen Spätzle landet….

Siebenschläfer

Ich habe kürzlich zum Entzücken meiner Leser ein Foto von einem Siebenschläfer veröffentlicht. Er schaut von einem Balken auf unserer Terrasse herunter und sieht ganz niedlich aus. Das sind aber kleine Kobolde, die man nicht im Haus oder auf dem Dachboden dulden sollte,

Einer seiner Familienangehörigen fiel durch den Schornstein ins Haus und gelangte in den (ungeheizten) Kachelofen. Wir „retteten“ ihn mit einer Lebendfalle und dann musste er umziehen in den Wald. Siebenschläfer finden aber leicht wieder „nach Hause“ oder das, was sie als solches betrachten. Wenn man sie nicht weit genug wegbringt, kommen sie wieder zurück.

So hat das Zusammenleben mit der Natur eben zwei Seiten.

Siebenschläfer

Ich könnte noch weitere Erlebnisse mit Fuchs, Dachs, Laubfrosch und Wiedehopf erzählen, aber diese Tiere halten einfach nicht still, wenn ich sie fotografieren will. 

Wenn man viel Natur um sich hat, geschehen manchmal unangenehme Dinge, aber im Gesamten gesehen möchte ich diese nicht missen. Ich sitze abends mit meinem Mann auf der Terrasse und genieße im Frühjahr den Gesang der Nachtigall und im Herbst das Röhren der Hirsche im umliegenden Wald und hoffe, dass sich kein Heimchen in meine Küche verirrt (Heimchen machen einen unsäglichen „Lärm“ mit ihrem Gezirpe). 

Mehr über Insekten findet ihr hier!

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