Unser Wasser – ein kostbares Gut

Wasser

Weltwasserwoche vom 23. August bis zum 1. September 2022

Wasser – ein kostbares Gut. Bei meinen Recherchen zum Thema Trinkwasser zeigte sich, wie komplex die Wasserversorgung der deutschen Bevölkerung gestaltet ist.

Trinkwasser gilt in Deutschland als das am  besten überwachte Lebensmittel. Innerhalb Deutschlands ist es fast überall von sehr guter Qualität. Man kann Wasser aus der Wasserleitung unbesorgt trinken. Es sollte aber nicht abgestanden sein. Falls es warm erscheint, sollte man den Wasserhahn so lange laufen lassen, bis es kühl kommt. Auch für das Waschen von Lebensmitteln oder die Zubereitung gilt diese Regel.

Wasser Geschirr

Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) beträgt die Wasserabgabe an Haushalte und Kleingewerbe je Einwohner und Tag 128 Liter. Zum Kleingewerbe gehören beispielsweise Bäckereien, Metzgereien und Arztpraxen. Diese Zahlen werden alle drei Jahre erhoben.

Verwendungszweck des Trinkwassers im Haushalt und in Kleingewerbebetrieben
  • 36 % Körperpflege (Baden/ Duschen)
  • 27 % Toilettenspülung
  • 18 % Wäschewaschen und Geschirrspülen
  • 9 % Kleingewerbe (z. B. Bäckereien, Metzgereien und Arztpraxen)
  • 6 % Reinigung, Autopflege (nicht Autowäsche!), Garten
  • 4% Trinken und Lebensmittelzubereitung

Es überrascht, dass nur ein so kleiner Anteil des Trinkwassers wirklich zum Trinken und zur Zubereitung von Speisen verwendet wird.

Ist unser Trinkwasser nicht zu schade für die Toilettenspülung? In nicht allzu ferner Zukunft werden wir auch hier umdenken müssen.

Das Umweltbundesamt stellt auf seiner Website unter folgendem Link einen Ratgeber zum Thema Trinkwasser zum Download bereit. 

Trink was – Trinkwasser aus dem Hahn Gesundheitliche Aspekte der Trinkwasser-Installation Informationen und Tipps für Mieter, Haus- und Wohnungsbesitzer   

Vielleicht sollten wir uns nicht nur Gedanken machen, wie Energie eingespart werden kann, sondern auch, wie das verfügbare Angebot an Trinkwasser sinnvoll genutzt werden kann.

Nachdem in einigen Regionen der Welt und nun auch schon in Europa Wassermangelsituationen eingetreten sind, müssen wir dies als Alarmsignal betrachten! In Spanien, Portugal und Frankreich bekommen das die Bewohner derzeit zu spüren. Europa insgesamt wird immer mehr zum Wassernotstandsgebiet.

Wasser kommt aus dem Wasserhahn, so haben wir das seit unserer Kindheit erlebt und noch vor einigen Jahren hätten wir nicht gedacht, dass diese Tatsache sich ändern könnte. Aber auch in Deutschland sinkt der Grundwasserspiegel.  Noch gilt Deutschland als wasserreiches Land.

Wasserhahn

Durch die Klimaveränderung wird es aber in Deutschland auch in kommenden Sommern Dürren geben, mit Folgen für die Wasserversorgung insgesamt. Das Grundwasser ist ein wichtiger Trinkwasserspender. Fast 2/3 unseres Wasserbedarfs werden aus Grundwasser gedeckt. Ein Schutz des Grundwassers und der sparsame Umgang mit dieser Ressource sind wichtige Voraussetzungen für unsere Zukunft.

Wenn Bäche, Seen und Flüsse ausgetrocknet sind und die Quellen versiegen, dann haben wir unsere Lebensgrundlage verspielt.     

Es geht also um nicht weniger als die Zukunft der Menschen in Europa und letztendlich um die Zukunft aller Menschen insgesamt. 

Klimaveränderung, Wasserhaushalt und Natur sind untrennbar miteinander verbunden

Wir mussten schon seit Jahren feststellen, dass Bäume wie Fichten, die in unseren Wäldern wuchsen, dem mangelnden Niederschlag zum Opfer fielen. Unser Wald, der ein wichtiger Faktor für den Klimaschutz ist, könnte auch mit weiteren Baumarten in so eine Situation geraten.

In den vergangenen Jahren (seit den 70er Jahren) war man bestrebt, das Wasser, das durch den Regen bei uns ankam, möglichst schnell abzuleiten. Es verschwand möglichst auf direktem Weg in Bächen, Flüssen oder noch besser in der Kanalisation. Flüsse wurden begradigt und Flussauen trockengelegt. Moore wurden entwässert. Nun fallen die Folgen dieser Maßnahmen auf uns zurück. Überschwemmungen auf der einen und Dürren auf der anderen Seite treffen die Menschen.

Die Klimaerwärmung ist wohl kaum noch aufzuhalten, aber wir können uns auf die Folgen vorbereiten und in einigen Bereichen können wir die Weichen noch stellen.

Was können wir denn tun? Ich habe Menschen getroffen, die mir sagten, ich als Einzelperson könne doch nichts ausrichten. Das mag zutreffen. Wir alle aber sind Einzelpersonen! Nur wenn wir gemeinsame Anstrengungen unternehmen, dann können wir Veränderungen herbeiführen. Wenn wir unser Verhalten kritisch betrachten, so ergeben sich viele Anhaltspunkte für mögliche Veränderungen.

Wenn wir den täglichen Wasserverbrauch pro Person und Tag von 128 Litern zugrunde legen, so entfallen laut Statistischem Bundesamt (Destatis) 36 % auf Baden/ Duschen und Körperpflege, das sind dann immerhin 46 Liter. Da es sich hier meist um warmes Wasser handelt, fallen hier auch Kosten für Energie an.

Das gleiche gilt für Wäsche waschen und Geschirr spülen. Hier ist der Wasserverbrauch ebenso mit Energieverbrauch verbunden.

Also ist ein überlegtes Handeln beim Wasserverbrauch nicht nur mit verminderten Kosten für Wasser und Abwasser, sondern auch mit verminderten Kosten für den Energieaufwand verbunden.

Heutzutage gibt es sehr effektive Waschmittel, die auch bei niedrigeren Waschtemperaturen ein gutes Waschergebnis erzielen. Wenn wir bei der Maschinenwäsche darauf achten, dass das Fassungsvermögen weitgehend ausgeschöpft ist, so können wir auch hier nicht nur Wasser, sondern auch Energie sparen. Eine angepasste Dosierung des Waschmittels laut Angaben des Herstellers auf der Packung trägt dazu bei, dass das Abwasser nicht mehr als nötig verunreinigt wird. Auch auf Weichspüler kann in vielen Fällen verzichtet werden. Bedenken wir doch, dass das Abwasser auch wieder in Kläranlagen behandelt werden muss. Je stärker das Abwasser verunreinigt ist, desto höher ist der Aufwand für die Abwasserbehandlung. 

Steigender Bedarf an hygienisiertem Abwasser

Voraussichtlich wird die Nachfrage nach Wiederverwendung des aufbereiteten Wassers in Zukunft steigen, und zwar sowohl für die landwirtschaftliche Bewässerung als auch für die Bewässerung städtischer Grünflächen und industrielle Zwecke.

Unser direkter Wasserverbrauch aus dem Wasserhahn macht aber nur einen Teil unseres gesamten Wasserverbrauchs aus. 

Wir verbrauchen indirekt Wasser, das benötigt wird für die Erzeugung der Lebensmittel, die wir zu uns nehmen, für die Herstellung von Kleidungsstücken, die wir tragen oder für Gegenstände, die wir benutzen:

Unser virtueller Wasserverbrauch

Für den virtuellen Wasserverbrauch findet man im Internet Listen, die den Verbrauch an Wasser aufzeigen.

Kakao, Röstkaffee, Rindfleisch, Schweinefleisch, Hühnerfleisch und Eier sind Lebensmittel für deren Erzeugung extrem hohe Mengen an Wasser verbraucht werden. Der Grund, dass Nutztiere so einen hohen Wasserverbrauch verursachen ist dieser: 99 % des für diese Tierhaltung aufgewendeten Wassers entstehen bei der Futtererzeugung für diese Tiere.

Durch die Einschränkung des Fleischverzehrs können wir indirekt unseren virtuellen Wasserverbrauch senken. Ganz so einfach funktioniert das aber auch wieder nicht. Nur wenn die Nutztierhaltung wie die Rinder- oder Schweinezucht insgesamt eingeschränkt wird, macht sich dieser Effekt auch bemerkbar.

Hier geht es allerdings nicht nur um die exzessive Verwendung von Wasser, sondern auch um die anfallende Gülle, die eine Gefahr für unser Grundwasser darstellt.

Andere Lebensmittel kommen teilweise mit dem natürlichen Wasser aus Niederschlägen (Regen) aus. Allerdings vertragen auch sie keine monatelangen Trockenperioden. Der Aufwand für die Bewässerung – sofern notwendig – ist jedoch geringer. Grundregel ist aber auch hier, dass möglichst regionale und saisonale Produkte gekauft werden sollten.

  • Kartoffeln
  • Karotten
  • Knoblauch
  • Pastinaken
  • Rote Bete
  • Topinambur
  • Zwiebeln
  • Mais
  • Sonnenblumen
  • Weiß- oder Rotkohl
  • Rhabarber
Beregnung

Ein weiterer Aspekt ist die Verschmutzung des Wassers auf unserem Planeten insgesamt. Hier ist es erschreckend, zu sehen, wie Müll – insbesondere Plastikmüll – in die Meere gelangt. Hier sei nur der riesige Müllstrudel im Pazifischen Ozean erwähnt. Zusammengeschwemmt durch Meeresströmungen befinden sich hier fast 2 Billionen Plastikstücke im sogenannten Great Pacific Garbage Patch.

Verschmutzter Fluss in Asien
Müll in Wasser

Oben: Beispiele für Verschmutzung von Gewässern weltweit

Durch den Zerfall von Plastik gelangt Mikroplastik in unseren Nahrungskreislauf. Diese Entwicklung schreitet in rasantem Tempo fort. Forscher des Alfred-Wegener-Institutes (AWI) haben bereits im arktischen Eis Mikroplastik gefunden.

Die Aufzählung der Verschmutzung von Wasser könnte hier noch durch zahlreiche weitere Beispiele ergänzt werden. Wichtig ist, dass jeder von uns dazu beiträgt, diese Entwicklung zu stoppen. Überlegtes Handeln beim Einkaufen und im täglichen Gebrauch von Verpackungen ist ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Hier nochmals ein Überblick über wichtige Verhaltensweisen im Zusammenhang mit Wasser, Abwasser, Müll und Energieverbrauch.

  • Wasserverschwendung vermeiden (auch im Urlaub)
  • Abwasserverschmutzung möglichst geringhalten
  • Virtuellen Wasserverbrauch durch überlegte Auswahl unserer Nahrungsmittel beeinflussen
  • Vermeidung von Verpackungsmüll, insbesondere Plastikmüll
  • Vermeidung von Energieverschwendung in allen Bereichen des täglichen Lebens (auch im Urlaub)

Anlässlich der Weltwasserwoche vom 23. August bis zum 1. September 2022 erscheinen in zahlreichen Medien Beiträge zum Thema Wasser. Da dieses Thema von so großer Wichtigkeit ist, empfehle ich, hier auch den Beitrag des Statistischen Bundesamtes (Destatis)

Hier geht’s zum Beitrag: Woche Nr. 34 vom 23. August 2022

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Unsere Beiträge zu „Natur und Umwelt„.

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