Zackelschafe – vom Aussterben bedroht

Zackelschafe

Zackelschafe  Ovis aries strepsiceros Hungaricus

Das Zackelschaf gehört zu den stark bedrohten Nutztierassen. Die „Arche Austria“ – Verein zur Erhaltung seltener Nutztierrassen – hat 2020 das Zackelschaf zum Nutztier des Jahres gekürt.

Das Kennzeichen der Zackelschafe sind die schraubenförmig  gedrehten Hörner. Die Hornlänge beträgt beim Widder bis zu 1 Meter. Auch die weiblichen Tiere haben Hörner, allerdings sind diese etwas kleiner als beim Widder. Die männlichen Schafe werden auch als Bock, die weiblichen als Aue oder Zibbe bezeichnet. Die Widder wiegen bis zu ca. 80 kg, die Zibben ca. 50 kg. 

Es handelt sich um eine robuste, lebhafte Schafrasse. Die Tiere sind allerdings sehr scheu.

Zackelschafe

Es gibt weiße und schwarze Farbschläge und es sind auch Mischformen zu beobachten. Lämmer können auch ganz braun zur Welt kommen.

Die Tiere mit schwarzem Fell haben schwarze Köpfe und schwarze Beine. Die weißen (eigentlich cremefarbenen) Tiere haben helle Köpfe und helle Beine. Das dichte Vlies schützt die Tiere im Winter vor Kälte und im Sommer vor Überhitzung. Es ist wasserundurchlässig und ermöglicht den Tieren Temperaturen zwischen -20°C und +40°C zu ertragen.

Zackelschaf

Sie sind anspruchslos in Bezug auf die Haltung und anpassungsfähig an klimatische Bedingungen. Durch ihre Genügsamkeit bei der Futterauswahl finden sie auch auf kargen Weiden genügend Futter.

Die Rasse ist jedoch in ihrem Fortbestand bedroht. Die gesamte heutige Anzahl beträgt ca. 3.500 Tiere. Es handelt sich hierbei um die letzte erhaltene Schafrasse mit Schraubenhörnern.

Zuchtgeschichte

Das Ungarische Zackelschaf gibt es vermutlich seit ca. 5.000 Jahren. Es ist wohl durch Mischung von verschiedenen Karpatenrassen entstanden.

Möglicherweise brachten die Magyaren (Vorfahren der Ungarn) Zackelschafe mit, als sie um 900 n. C. aus dem Osten nach Ungarn zogen. Ungarisch wird es „Magyar racka juh“ genannt

Bis zum 18. Jahrhundert war es die am häufigsten vorkommende Schafrasse in Ungarn. Die äußerst widerstandsfähigen Schafe wurden ursprünglich für die Milch und Fleischversorgung von Nomaden gezüchtet. Neben der Nutzung des Fleisches, das mager, feinfaserig und im Geschmack dem von Wild sehr ähnlich ist, fand die grobe Wolle bei der Herstellung wetterunempfindlicher Wollmäntel bzw. Umhänge für Hirten Verwendung.

Heutzutage wird diese Rasse hauptsächlich von Menschen gezüchtet, die sich der Erhaltung alter Nutztierrassen widmen. Es bleibt zu hoffen, dass es diese Schafrasse auch in Zukunft noch geben wird.

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