Zeitmessung – von den Anfängen bis heute

Zeitmessung

Anfänge der Zeitmessung

Schon in grauer Vorzeit mit den Anfängen des Ackerbaus ergab sich die Notwenigkeit, die Zeit zu messen. Anfangs handelte es sich nur darum, den richtigen Zeitpunkt für die Aussaat und Ernte im Verlauf eines Jahres festzulegen, denn unsere Vorfahren hatten erkannt, dass sich der Lauf der Sonne und der Gestirne in bestimmten Zyklen bewegten. Ein falscher Zeitpunkt für die Aussaat konnte eine Hungersnot zur Folge haben.

Die Aufgabe, Jahreszeiten zu beobachten, lag meist in den Händen der Priester. An archäologischen Stätten wird deutlich, mit welchen Mitteln der Verlauf der Gestirne und der Sonne im Lauf eines Jahres beobachtet wurde. Keine Teleskope, kein technisches Equipment, Astronomie mit den einfachsten aber effektiven Mitteln

Observatorium in der alten Mayastadt Chichen Itza - Mexico 
Zeitmessung
Stonehenge - England, errichtet vor ca. 4000 Jahren in der Jungsteinzeit

Mit fortschreitender Entwicklung der Menschheit und dem Beginn des Zusammenlebens in Städten wurde eine neue, genauere Art der Zeitmessung erforderlich, nämlich die Festlegung der genauen Tageszeit.

Welche Methoden der Zeitmessung gab es früher?

Es gab sehr unterschiedliche Methoden, die  Zeit zu messen: Sonnenuhr, Sanduhr, Wasseruhr, Kerzen u.v.m. Mit der Wasseruhr wurde beispielsweise bei Gerichtsverhandlungen die Zeit gemessen. Wasser lief aus einem Gefäß mit einem kleinen Abflussloch in einem bestimmten Zeitraum ab. Die Redewendung „seine Zeit ist abgelaufen“ stammt aus dieser Epoche. Erst im 14. Jahrhundert wurde die Sanduhr entwickelt, die kürzere Zeitabstände messen konnte. Die Kerzenuhr funktionierte dahingehend, dass Kerzen in bestimmter Größe und Länge abgebrannt wurden und durch das erreichen von Markierungen die abgelaufene Zeit anzeigten. 

Sanduhr antik 1080
Antike Uhr
Alte Uhr

Wann entstand die erste mechanische Uhr?

Anfangs wurden sogenannte Spindeluhren gebaut die mit einer ausgeklügelten Mechanik und mit einem Antrieb durch ein Pendel funktionierten.

Ab dem 13. Jahrhundert wurden Räderuhren gebaut. Räderuhr ist der Oberbegriff für Uhren, die ein mechanisches Uhrwerk enthalten in dem sich vorwiegend Zahnräder befinden.

Die erste urkundliche Erwähnung der mechanischen Uhr war 1335 n. Chr. Es handelte sich um eine Räderuhr in der Kapelle des Palastes der Visconti in Mailand. Die Technik der Räderuhr verbreitete sich in ganz Europa.

Im frühen 15. Jahrhundert wurde der Federantrieb erfunden. Dadurch wurde die Entwicklung der Taschenuhr möglich. Die älteste erhaltene Uhr mit Federantrieb und der zugehörigen Schnecke stammt von ca. 1430 und befindet sich m Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. Nun konnten Uhren dank neuer Materialien und der Erfindung des Federantriebs kleiner gestaltet werden. Minuten- und Sekundenzeiger wurden nun eingebaut und ermöglichten eine immer genauere Zeitmessung.

Weiterentwicklung der Uhren

Die Weiterentwicklung der Uhr brachte im Laufe der folgenden Jahrhunderte auch weitere Schwerpunkte der Uhrenherstellung hervor.

Kuckucksuhr
Antike Uhr in kunstvoller Ausführung

Im Lauf der Zeit entwickelte sich die Uhrenindustrie im Schwarzwald, wo z. B. Wanduhren – die berühmten Kuckucksuhren – hergestellt wurden. Bis heute werden jährlich Tausende von Kuckucksuhren in alle Welt verkauft.

In Sachsen entstand im Ort Glashütte eine Uhrenindustrie. Noch heute ist die Kleinstadt Glashütte in Sachsen Zentrum der Fertigung hochwertiger Uhren.

Nachfolgend zeige ich den Werdegang einer alteingesessenen Familie auf, die nun schon in der fünften Generation nautische Instrumente und Uhren in Glashütte fertigt.

Robert Mühle, von Beruf Feinmechaniker, nahm am 22. April 1869 im Ort Glashütte die Arbeit auf. In der Folge entwickelte sich die Feinmechanische Werkstatt „Robert Mühle Glashütte“ zum alleinigen Hersteller von Messinstrumenten für die Glashütter Uhrenbetriebe und die Deutsche Uhrmacherschule.

Schon bald wurde Robert Mühle für seine Arbeit ausgezeichnet. Auf einer Ausstellung in Dresden erhielt er von der Stadt zum Beispiel die Goldene Medaille des Jahres 1896:

„Herrn Mechaniker Robert Mühle in Glashütte wird für die auf der Ausstellung des Sächsischen Handwerkes und Kunstgewerbes 1896 in Dresden ausgestellten von ihm erzeugten und verbesserten Meßwerkzeuge für Uhrmacher und Feinmechaniker auf Vorschlag des Preisrichter-Kollegiums die goldene Ehrendenkmünze der Stadt Dresden verliehen“

heißt es in der am 28. September 1896 ausgestellten Urkunde, die mit der Goldenen Medaille überreicht wurde.

Marine-Chronometer und Schiffsuhrensysteme

Die Seeschifffahrt erforderte eine präzise Zeitmessung, die mit dem 1759 von einem Engländer namens Harrison entwickelten Marinechronometer endlich gegeben war.

Seit 1994 stellt die Firma Mühle Marine-Chronometer und Schiffsuhrensysteme für die professionelle Schifffahrt her.

Trotz GPS-System und Satellitennavigation sind auch für die Ausrüstung einer Luxus- oder Hochseeyacht Sextant und Chronometer empfehlenswert, da sie auch bei Ausfall der Bordelektronik funktionieren und als Notfallsystem einsetzbar sind.

Chronometer-Sextant
Quarz-Marinechronometer

Armbanduhren werden bei Firma Mühle seit 1996 gefertigt

Bereits zwei Jahre zuvor hatte Hans-Jürgen Mühle, die vierte Generation des Familienunternehmens, mit der Fertigung von Marine-Chronometern und Schiffsuhren begonnen.

Bald danach kam die Anfrage einer Werft, ob das Unternehmen robuste, wasserfeste Armbanduhren als Schiffsausrüstung liefern könne. Damit begann die Fertigung von Armbanduhren bei der Firma Mühle

Noch heute stattet die Firma Mühle -Nautische Instrumente Glashütte Kreuzfahrtschiffe mit Uhrenanlagen aus, die mehr als 130 Nebenuhren umfassen können. Deshalb erscheinen die Zeitmesser auch unter dem Signe „Nautische Instrumente Mühle-Glashütte“.

Teile der Armbanduhr
Bauteile einer Armbanduhr

Eine Uhr besteht aus unzähligen Kleinteilen. Sie ist ein Wunderwerk des menschlichen Erfindungsgeistes.  Die Entwicklung dauerte Jahrhunderte und ist noch nicht zu Ende.

Platine Armbanduhr
Bauteile einer Platine
Armbanduhr Uhrwerk offen
Präzision, Robustheit und Zuverlässigkeit

Diese alteingesessene Firma, die nun in der fünften Generation auf dem Sektor Uhren bzw. nautische Instrumente tätig ist, engagiert sich auch intensiv für die S.A.R Seenotrettung und hat in Zusammenarbeit mit dieser einen RESCUE-TIMER entwickelt:

S.A.R. RESCUE-TIMER
Rescue Timer

Ich zitiere aus dem Text der Website:

Der S.A.R. Rescue-Timer wurde in Funktion und Design wesentlich mitbestimmt von den Vorleuten der Seenotretter. Die Vorleute sind die Kapitäne der Seenotrettungskreuzer und -boote. Bei jedem Wetter kommen sie ihrer Aufgabe nach, Seeleuten in Not zu helfen. Durch diese Praxisorientierung entstand eine Einsatzuhr, die jeder Herausforderung gewachsen ist.“

Weitere Armbanduhren für spezielle Einsätze

Chronometer Seebataillon
Seebataillon GMT 

Als besonders widerstandsfähige Zeitmesser haben sich die S.A.R. Modelle einen guten Ruf erworben. Dadurch wurde das Seebataillon der Deutschen Marine auf Mühle-Glashütte aufmerksam.

Fliegerchronograph
S.A.R Fliegerchronograph

Genaue Zeitmessungen sind zur präzisen Navigation unerlässlich. So suchten die Rettungsflieger einen Chronographen, der die Berechnung von Fluggeschwindigkeiten ermöglicht. Dies war die Geburtsstunde des S.A.R. Flieger-Chronographen

Weitere Messgeräte

Schiffsarmaturen
*MÜHLE-WETTERSTATION

Gehäuse Messing poliert
Zifferblätter Weiß
Bord Mahagoni

Auf der Website der Firma Mühle fand ich einen interessanten Text, dem viele meiner Leser zustimmen werden:

Es ist nicht unsere Sache, viele Worte zu machen, alles reich und überschwänglich auszuschmücken. Seit 150 Jahren gilt unsere Leidenschaft ganz dem präzisen Messen. Ebenso der Fertigung präziser Instrumente. Das prägt. Was an einem „Zeitmesser“ auffallen sollte, ist seine Präzision, seine hochwertige Verarbeitung und gute Ablesbarkeit. Finden wir. Überladene Zifferblätter und Brillanten-übersäte Lünetten können wir uns für unsere Uhren jedenfalls nicht vorstellen.

Ganz im Gegenteil: Ein funktional-technisches Design in Kombination mit zeitlos-klassischen Elementen empfinden wir als schön. Deshalb fertigen wir mit Vorliebe pragmatische Zeit-Messinstrumente, auf denen man die Zeit auf den ersten Blick erkennen kann. Ohne überflüssigen Schmuck und Effekt-haschenden Zierrat. Präsenz verleihen einer Mühle-Uhr allein ihre geradlinige Art und der markant-maskuline Auftritt. Understatement nennt man dies heute. Mehr Sein als Schein würden wir dazu sagen. Und das mag an Worten dazu auch genügen.“

Mir gefällt dieser Gedanke und ich hoffe, dass mein Blog nicht nur Informationen vermittelt, sondern auch zum Nachdenken anregt. In einer Zeit, in der so viele Artikel, die früher mit dem Gütesiegel „Made in Germany“ gefertigt wurden, nun im fernen Osten oder in Indien usw. hergestellt werden, ist es gut zu sehen, dass bei Firma Mühle -Nautische Instrumente Glashütte immer noch die traditionellen Werte gelten und hier hochwertige Uhren und Instrumente in Deutschland entstehen.

Für die Fotos (Schiffschronometer, nautische Geräte, Armbanduhren und Bauteile), die mir Firma Mühle aus Glashütte freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat, danke ich herzlich. Weitere Fotos: www.canva.de

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