Hefeöl statt Palmöl – sensationell und innovativ

Hefeöl statt Altöl

Hefeöl statt Palmöl:

Die Gewinnung von Palmöl schadet der Umwelt. Weltweit werden Millionen Hektar Regenwald, der für unser Klima wichtig ist, abgeholzt und Tiere verlieren ihren Lebensraum. Außerdem stecken im Palmöl oft Schadstoffe, die beim Herstellungsprozess entstehen. Es ist in zahlreichen Produkten des täglichen Lebens enthalten: in Kosmetikprodukten, Waschmitteln, Margarine, teilweise in Schokolade und auch in Biokraftstoffen.

Bäckermeister Ludovic Gerboin
Hefeöl statt Altöl
Patentiert: Algenbrot "Alguette"

Ein Bäcker aus dem Raum München, Ludovic Gerboin, hat nun in Zusammenarbeit mit Forschern der Technischen Universität München, eine Erfindung gemacht, die als Ersatz von Palmöl anzusehen ist: Hefeöl

Hefeöl statt Palmöl

Das Hefeöl wird aus altem Brot und Gebäck hergestellt, das sonst entweder im Abfall, in Biogasanlagen oder in den Futtertrögen von Schweinen landen würde. Hefeöl kann anstelle von Palmöl für viele Zwecke verwendet werden. Herr Gerboin frittiert beispielsweise seine Krapfen in Hefeöl.

Zur Gewinnung von Hefeöl trocknet er sein altes, unverkauftes Brot solange es noch nicht schimmelt, mahlt es und liefert es an die Technische Universität München, wo ein Team von Forschern durch Zusatz einer speziellen Art von Hefepilzen im Zuge einer Fermentation das Hefeöl erzeugt. Es entsteht ein ökologischer Kreislauf ohne Abfälle, da Reste immer wieder verwendet werden können.

Hefeöl statt Altöl

Altbrot – ein wertvoller Rohstoff

Aus 120 Kilo altem Brot werden 70 bis 75 Liter Hefeöl erzeugt. In Deutschland fallen jedes Jahr ca. 600.000 Tonnen Altbrot an. Es wird dadurch zum wertvollen Rohstoff, der im Überfluss verfügbar ist. Ein 24 Stunden altes Brot kann oft nicht mehr vermarktet werden, da der Verbraucher beim Brot neben dem guten Geschmack auch Frische erwartet. Der Nutzen für unser Klima durch die Einsparung von Palmöl ist jedoch enorm.

Neue Wege in der Ernährung

Für weitere Backexperimete hat Ludovic Gerboin Mikroalgen von der Technischen Universität München erhalten. Diese sind das Ergebnis innovativer Forschung und in Anbetracht der zukünftigen Welternährungslage sicherlich von großer Bedeutung. Sie haben sehr viele Proteine, Vitamin B und Antioxidantien. Damit werden Backwaren gesünder. Ludovic Gerboin bäckt beispielsweise Krapfen mit dem Zusatz von Mikroalgen. Diese Backwaren haben z. T. eine grünliche oder rötliche Farbe

Mit Zusatz von Algen entsteht auch sein patentiertes *Alguette-Brot, ein Superfood. Inzwischen interessieren sich Supermarkt-Ketten für Gerboins Produkte.

Algenkrapfen

Die Erzeugung dieser Art von Algen ist überall möglich, also auch regional. Sie binden außerdem CO2.

Bilder: Herzlichen Dank an Herrn Gerboin und die TU München für die Überlassung der Fotos.

  

Ludovic Gerboin wurde am 08.09.1978 in Laval, Pays de La Loire in Frankreich, geboren. 1997 absolvierte er das Brevet professionnel boulangerie (Teil 1,2,3 der französischen Meisterprüfung)

2005 legte Ludovic Gerboin die Meisterprüfung zum Bäcker in Ulm mit dem Meisterpreis  und der Note „sehr gut“ ab. 

Von 2005 bis 2009 arbeitete er in verschiedenen Bäckereien in München und übernahm 2010 die Bäckerei Ways in Moosinning. Zwischenzeitlich gibt es Filialen in Klettham und Eichenried.

Es ist gut zu wissen, dass es Menschen gibt, die mit innovativen Ideen zum Schutz unserer Umwelt beitragen. Wir wünschen Herrn Gerboin viel Erfolg. 

Nachtrag zum 01.06.2022: Aufgrund akuten Personalmangels hat Herr Gerboin seine Bäckerei geschlossen.

Hier findest du auf unserer Seite leckere Gerichte.

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